Pflegekräfte leisten jeden Tag wertvolle Arbeit – trotzdem haben viele Einrichtungen Probleme, gutes Personal zu halten. Der Fachkräftemangel ist spürbar, die Belastung hoch und viele Pflegekräfte wechseln den Job oder verlassen den Beruf ganz. Deshalb ist es heute wichtiger denn je, gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an das eigene Team zu binden. Dafür braucht es mehr als nur ein faires Gehalt: echte Wertschätzung, ein gutes Miteinander im Team und moderne Lösungen, die den Arbeitsalltag erleichtern.
Hohe Arbeitsbelastung, eine vergleichsweise als niedrig angesehene Bezahlung, wenig Wertschätzung, ein hoher Zeitdruck während der Arbeit und ein Mangel an gut qualifizierten Pflegekräften - das sind die derzeitig größten Herausforderungen in der Branche.
Nicht nur die Kündigungsrate ist in Pflegeberufen besonders hoch, viele Fachkräfte können es sich auch nicht vorstellen, den Job tatsächlich bis zur Rente auszuführen. Im ländlichen Raum sind einige Stellen sogar schon seit Jahren unbesetzt. Aus diesen Gründen ist die Mitarbeiterbindung in der Pflege besonders wichtig.
Warum ist Mitarbeiterbindung in der Pflege so wichtig?
Eine gute Bindung reduziert Fluktuation und Einarbeitungskosten. Mitarbeitende, die länger bleiben, kennen Abläufe und Patient:innen besser – das optimiert die Pflegequalität und stärkt das Teamklima.
Welche Maßnahmen helfen konkret, Pflegekräfte zu halten?
Erfolgreiche Maßnahmen sind etwa: regelmäßige Lobkultur, flexible Arbeitszeiten, strukturierte Weiterbildung, Gesundheitsangebote und Mitspracherecht bei Dienstplänen.
Wie unterstützen digitale Tools die Mitarbeiterbindung?
Digitale Helfer wie Mitarbeiter-Apps erleichtern Schichtplanung, Kommunikation und Weiterbildung. Sie erhöhen Transparenz, Selbstbestimmung und steigern so die Motivation der Mitarbeitenden.
Übersicht
Was müssen Führungskräfte im Gesundheitswesen beachten, wenn sie hier erfolgreich sein wollen? Führungskräfte im Gesundheitswesen stehen vor der Herausforderung, Pflegekräfte langfristig zu halten. Viele denken dabei zuerst an Gehalt und Arbeitsbelastung – doch diese Punkte allein entscheiden nicht über gute Mitarbeiterbindung, solange die Bedingungen nicht deutlich schlechter als üblich sind.
Wichtiger ist, was Pflegekräfte wirklich motiviert: ein gutes Arbeitsklima, Anerkennung, klare Kommunikation und das Gefühl, dass ihre Arbeit geschätzt wird. Wer versteht, was Pflegende brauchen, kann die Identifikation mit dem Beruf und dem Arbeitgeber stärken – und genau hier liegt der Schlüssel zu echter Mitarbeiterbindung.
Wer im Netz nach "Mitarbeiterbindung in der Pflege" sucht, findet viele Angebote: Jobräder, Einkaufsvorteile, betriebliche Altersvorsorge oder sogar Dienstwagen. Diese Dinge können helfen – aber sie allein reichen nicht aus. Gute Mitarbeiterbindung entsteht nicht nur durch Benefits oder Bonus-Programme. Die wirklich wirksamen Ansätze beginnen oft im Inneren des Pflegeunternehmens – im Arbeitsalltag, in der Kommunikation und in der Führung.
Aktuelle Zahlen vom Statistischen Bundesamt (2024) zeigen: Bis 2049 könnten in Deutschland bis zu 690.000 Pflegekräfte fehlen. Wer jetzt nicht handelt, läuft Gefahr, den Anschluss zu verlieren. Wichtig ist es, die eigene Situation ehrlich zu betrachten: Was brauchen die Pflegekräfte vor Ort, um zufrieden zu bleiben? Manchmal ist es ein besseres Miteinander im Team, manchmal flexiblere Arbeitszeiten. Was überall gilt: Nicht zu handeln ist die schlechteste Entscheidung. Wer gar nichts verändert, verliert oft die besten Mitarbeitenden.
Kostenseitig ist das Thema Personalkosten der entscheidende Hebel für den Betriebserfolg: in stationären Einrichtungen sind ca. 50 %, in ambulanten Diensten bis zu 75 % der Gesamtkosten Personalaufwendungen. Der größte Kostenfaktor ist gleichzeitig das größte Einsparpotenzial. Grund genug, weitere Wege zu finden, die Mitarbeiterbindung, Identifikation und das Engagement zu steigern.
Die meisten Pflegefachkräfte in Deutschland sind Frauen – viele davon arbeiten in Teilzeit und tragen teilweise zusätzliche Verantwortung für die eigene Familie. Diese Lebensrealität muss bei der Mitarbeiterbindung in der Pflege unbedingt berücksichtigt werden. Besonders wichtig sind ein gutes Arbeitsumfeld, planbare Arbeitszeiten und eine gesunde Work-Life-Balance. Wenn das nicht gegeben ist, sinkt die Zufriedenheit schnell – mit Folgen für das ganze Team: keine Motivation, hohe Fehlzeiten, weniger Zeit für Fortbildungen und eine schwächere Unternehmenskultur.
Mitarbeiterbindung beginnt nicht erst nach der Einarbeitung – sie startet bereits im Bewerbungsprozess. Wer Pflegekräfte langfristig halten will, muss mehr tun als nur Benefits anzubieten. Es geht darum, echte Wertschätzung zu zeigen, individuelle Bedürfnisse zu verstehen und Strukturen zu schaffen, die Pflegekräfte entlasten und stärken.
Gründe, die Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung in der Pflegebranche einzuleiten, gibt es genug:
Durch eine starke Mitarbeiterbindung können sich speziell in der Pflegebranche viele Vorteile ergeben:
Nicht zuletzt der Boom der Personalagenturen und Zeitarbeitsfirmen in der Pflege spricht Bände. Was sie den Pflegenden versprechen sind nicht nur außergewöhnliche Bezahlung und andere übliche Versprechen. Sie wollen „den Job in der Pflege wieder zu Berufung zu machen“, reden über Glück in Freizeit wie Beruf und möchten Ansprechpartner sein, Störfaktoren auflösen und drücken Wertschätzung gegenüber den Pflegenden aus.
Führungskräfte sollten, statt sich an dieser Stelle kritisch über das Wirken der mit sehr starken Honoraranreizen arbeitenden Agenturen zu äußern, selbst die Gegenfrage stellen: Haben wir es als Gesundheitsunternehmen geschafft, das Ziel „Wohlergehen der Mitarbeiter“ auf der Agenda zu haben? Wenn nicht, dann werden immer mehr Pflegekräfte aufgrund besserer Arbeitsbedingungen in die Zeitarbeit wechseln, was das Gesundheitsunternehmen in letzter Konsequenz finanziell belasten wird.
Definition Mitarbeiterbindung: Unternehmen, die ihr wichtiges Kapital in der Belegschaft sehen und versuchen, diese langfristig zu halten. Die Maßnahmen, die ergriffen werden, um die Mitarbeiter möglichst nachhaltig an den Betrieb zu binden, können unterschiedlich sein.
Die Wünsche der Beschäftigten in der Pflege unterscheiden sich gar nicht so stark voneinander, wie bspw. die Managementberater der Hay Group analysiert haben. Ganz oben stehen wider erwarten eben nicht finanzielle Anreize und Benefits: Karrieremöglichkeiten durch bessere persönliche Entwicklung und Weiterbildung sind Ihnen wichtiger. Viele Pflegende sehen Ihre Arbeit tatsächlich als Berufung und empfinden das Gehalt im Vergleich zu anderen Branchen als weniger wichtig. Natürlich geht es um einen ausreichenden Verdienst und der ortsübliche Durchschnitt ist da auch ein relevantes Maß, aber mit mehr Geld wird das Dienstverhältnis nicht länger. Das zählt auch für kulturelle Möglichkeiten, Rabatte oder andere Bonbons.
Pflegende brauchen auch für sich ganz persönlich eine außergewöhnlich gute Arbeitsatmosphäre. Ein stramm hierarchisch geführtes Krankenhaus, wo der Pflegende nur Befehlsempfänger und austauschbare Nummer am Ende einer Kette von Ärzten ist, wo die Patienten nach den Belegungsplanungen gepflegt werden, ist ihnen ein Graus. Stattdessen wollen sie eine modernde Unternehmenskultur, die lebendig, vital und wertschätzend arbeitet. Dazu gehört für sie auch moderne Arbeitszeitmodelle mit flexiblen Arbeitszeiten.
Um all diese Maßnahmen zu ergreifen und zu koordinieren, braucht es vor allem Zeit und Planung. Aber auch das richtige Kommunikationsinstrument ist unverzichtbar, wenn sie die Mitarbeiterbindung effektiv verbessern wollen. In einem hochverdichteten Pflegealltag möchten sie die Mitarbeitenden erreichen mit Ihren Botschaften. Und diese sollten selbst wählen können, wann und wo sie das tun. Insbesondere wenn sie Weiterbildungen anbieten, innovative Arbeitszeitmodelle einführen oder auch sonst neue Wege beschreiten: Es nützt nichts, wenn sie das auch nicht kommunizieren können. HR-Portale oder Intranets, die nur im Dienstzimmer oder beim Besuch der Geschäftsstelle gelesen werden können, bringen da nichts. Diese funktionieren in der Verwaltungsebene, selten jedoch erreichen Sie die Mitarbeiter direkt.
Das Allroundtalent, dass man stattdessen untersuchen sollte, ist die sogenannte Mitarbeiter-App. Mit einer Mitarbeiter-App in der Pflege lässt sich die interne Kommunikation in einem Unternehmen genau führen. Sie können diese einerseits sehr produktiv einsetzen: es können Dienstpläne hochgeladen, abteilungsübergreifende Abstimmungen geführt, und eins-zu-eins-Kommunikation möglich gemacht werden. Oder aber sie können für alle Mitarbeiter relevante Verbesserungen mitteilen. Nutzen Sie dabei auch multimediale Erzählformate, um Ihre Botschaft rüber zu bringen. Denn so versteht Ihr Pflegender, warum es sich lohnt, Ihrem Unternehmen die Treue zu halten statt auf die einseitigen Versprechungen von Zeitarbeitsagenturen zu hören.
Die Fragen aller Fragen: Warum tun Menschen das, was sie tun? Warum hat sich ein Mitarbeiter gerade für diesen Beruf entschieden? Warum für dieses Unternehmen? Warum arbeitet er gut – oder aber weniger gut? Warum ist der eine glücklich und zufrieden im gleichen Arbeitsumfeld, in dem der andere vollends unzufrieden ist?
In jedem Falle sollte sich jede Führungskraft bewusst sein, dass diese Fragen sich nicht immer von jedem Angestellten bewusst gestellt oder beantwortet werden können. Warum jemand etwas tut ist auch eine Möglichkeit für das Unternehmen, diese Sinnfindung zu beantworten: Wir wollen helfen! Wir möchten im Gesundheitswesen die Einrichtung sein, in die wir selbst gehen würden, wenn wir es denn mal müssten. Selten sind es die großen Dinge, die ein Mitarbeiter braucht, um motiviert und glücklich zu sein. Mit ein wenig Hintergrundwissen über die Wünsche und Bedürfnisse des Mitarbeiters kann die Führungskraft bereits Maßnahmen ergreifen, z. B. die Dienstzeiten anpassen oder bestimmte Aufgaben zuweisen. Die Qualität der Ergebnisse der Arbeit zu verbessern ist ein guter Gradmesser, ob die Maßnahmen hilfreich waren. Aber auch das subjektive Empfinden ist für den langfristigen Erfolg ein wichtiger Faktor.
Mehr Freiheit und mehr Gestaltungsfreiheit können genauso motivieren wie den Weg der direkten Kommunikation zu haben, der mit einer Mitarbeiter-App möglich wird. Das Mentoren-Modell können sie genauso über die Mitarbeiter-App immer wieder unterstützen. Das Onboarding neuer Mitarbeiter verläuft so, dass diese sich gleich von Anfang an mit Ihrem Unternehmen identifizieren können.
In der Wissenschaft wurden 4 Bindungstypen der Mitarbeiterbindung identifiziert:
Auf alle diese 4 Punkten können sie mit guter interner Kommunikation immer wieder einzahlen. Bringen Sie dem Mitarbeiter den Wert seiner Bindung zu Ihrem Unternehmen immer wieder ins Gedächtnis, bspw. über die Mitarbeiter-App. Das funktioniert wie eine kleine, immer wiederkehrende Kampagne, damit Ihre Mitarbeiter nicht nur immer wieder den Versprechen der Zeitarbeitsagenturen ausgesetzt sind.
Unter den Quiply Kunden haben bereits große Gesundheitseinrichtungen wie die Krankenhäuser MediClin, Alten- und Seniorenheime (Spitexe) wie Zollinger oder HomeInstead als auch viele kleinere private Pflegedienste als Referenzen erfolgreich bewiesen, wie sie Ihre Mitarbeiterbindung mit der Quiply Mitarbeiter-App verbessert haben.
Autoren: Anika / Illustration: Beatriz Simoes
Weitere wertvolle Praxis-Tipps für den Einsatz von Quiply in der Gesundheits- und Pflege gibt es in unserem kostenlosen E-Book!